Jan´s Hintergrund
11
Mai
2016
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Bauernregeln – Eisheilige

Jeder kennt sie oder hat zumindest schon einmal von ihnen gehört, Outdoorfans und Hobbygärtner allen voran: Bauernregeln genießen nach wie vor eine gewisse Aktualität, obwohl sie teilweise vor Jahrhunderten formuliert wurden. Denn damals gab es natürlich keine wissenschaftliche Wettervorhersage, so dass man sich mit ausführlichen Wetterbeobachtungen zufrieden geben musste. Aus diesen Aufzeichnungen wurden dann Regelmäßigkeiten abgeleitet, die von großer Bedeutung für verschiedene landwirtschaftliche Berufe waren. In Form von Reimen und Versen wurden sie von Generation zu Generation dann weitergegeben.

Die Bauernregeln entstanden in der Zeit, als noch der Julianische Kalender galt. Mit dem Wechsel zum Gregorianischen Kalender haben sich die Daten allerdings um 10 Tage verschoben, so dass die jeweilige Regel an sich erst mit o.g. Verzug anzuwenden ist. Soweit die Theorie.

Die folgende Bauernregel, die vom 11. – 15. Mai gilt, hat folgenden Hintergrund: Mitte Mai gibt es oftmals einen Kälteeinbruch, so dass es nachts zu Bodenfrost kommen kann. Fatal für frostempfindliche Pflanzen. Deswegen sagt der erfahrene Gärtner: Besser die „Eisheiligen“ abwarten – so lautet nämlich der Name für die fünftägige Periode im Volksmund.

Doch woher kommt eigentlich dieser Name?

Die Eisheiligen sind Gedenktage an Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert. In der Übersicht:

  1. Mai – Mamertus
  2. Mai – Pankratius
  3. Mai – Servatius
  4. Mai – Bonifatius
  5. Mai – Sophie

Mit Ablauf der „kalten Sophie“ hält laut der Bauernregel das milde Frühlingswetter wieder Einzug, vor allem es bleibt. Die früheren Bauern hielten sich streng daran, denn wer wollte schon durch nächtlichen Frost eine ganze Saat verlieren. Auch heutige Hobbygärtner berufen sich gerne auf diese alte Regel. Kälteempfindliche Pflanzen,  wie Oleander, Geranien oder Dahlien und Gemüsesorten, wie Tomaten oder Kohlsorten, sollten mit Vlies oder Folie geschützt sein oder am besten erst Ende Mai angebaut oder nach draußen gestellt werden. Denn „Wenn’s an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert.“

Ärmel also besser erst nach Pfingsten hochkrempeln. Wir wünschen einen guten Start in die Gartensaison 2016!

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